Brauchtum im Passauer Land

Traditionelle Veranstaltungen im Passauer Land erleben

Im Passauer Land werden alte Sitten und Gebräuche gepflegt

Foto: djd/Passauer Land

(djd). Traditionen und Brauchtum nehmen besonders in ländlichen Regionen einen hohen Stellenwert ein. Aber die liebevolle Aufrechterhaltung alter Sitten und Gebräuche liegt nicht nur den Einheimischen am Herzen. Viele Veranstaltungen ziehen gerade durch ihr Lokalkolorit Gäste aus der Ferne an, die sich an der speziellen Atmosphäre erfreuen.

Die Perchten tanzen wieder

Tradition bei der Ernte, dem Dreschen des Getreides

Foto: djd/Passauer Land

Im Passauer Land beispielsweise werden von der Vorweihnachtszeit bis zum 6. Januar in vielen Orten die sogenannten Perchtenläufe abgehalten. Zur Freude des Publikums ziehen dann mit Trommelwirbel, Glockengeläut und lautem Gesang absonderliche Gestalten in urigen Masken durch die Gassen. Geehrt wird damit die Göttin Percht.

Als Waldfrau, Wintergöttin und Seelenführerin spricht man ihr viele Aufgaben zu. So wacht sie über Gedeih und Verderb von Ernte und Vieh, über das Herdfeuer und die Arbeiten im Haus, kurz, sie sorgt für den Fortbestand des Lebens. Das war natürlich besonders wichtig in der eisigen Winterszeit, in der die Ängste der Menschen um Nahrung, Wärme und Licht am größten waren. Der Perchtenlauf findet deshalb auch heute noch vor allem in den Rauhnächten (25. Dezember bis 6. Januar) statt.

Traditionell dürfen nur Männer mitmachen, die sich als Frauen verkleiden und schaurige Masken tragen. Trotz ihres gespenstischen Aussehens gelten die Perchten als Glücksbringer. Denn mit ihren hohen Sprüngen und lauten Juchzern vertreiben sie böse Geister und sorgen für Fruchtbarkeit und Wohlstand. Je höher die Perchten springen, desto ertragreicher wird das Jahr.

Nicht nur für Reitersleut

Historischer Festumzug Leonhardi-Ritt

Foto: djd/Passauer Land

Der heilige Leonhard von Limoges (sechstes Jahrhundert) zählt zu den meistverehrten Heiligen Europas. Er ist Zuflucht der Gefangenen, der Gebärenden und bedeutendster Schutzpatron der landwirtschaftlichen Tiere. Ihm zu Ehren gibt es ein schönes Brauchtum, das nicht nur Reitersleut und Pferdefreunde begeistert: die Leonhardiwallfahrt.

Die Mischung aus Pferdesegnung und buntem Spektakel ist beispielsweise in Aigen am Inn ein großer Publikumsmagnet. Am 4. November 2012 findet dort der prächtige Leonhardiritt mit vielen Wägen, Rössern und Akteuren aus Bayern und Österreich statt. Dazu gehören ein historischer Festzug, der die Entstehung zeigt, und die große Leonhardidult.

Weitere Informationen zu diesen und anderen Brauchtumsveranstaltungen gibt es unter Passauer Land im Internet.

Göttin mit vielen Namen

Im alpenländischen Raum ist die Göttin Percht auch unter dem Namen Perchta, Berchta oder Berta ein Begriff. Der Name Percht stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet „hell, glänzend„. Doch sie hat auch noch viele andere Namen. In Mitteldeutschland war sie als Frau Holle bekannt oder Holda, Hulda, Holla. Viele Städte und Straßennamen in Europa erinnern noch heute an die Göttin: Holland, Perchtoldsdorf, Berchtesgaden, Hollabrunn sowie die Stadt Perg in Oberösterreich. Deren Wappen zeigt sogar die alten Farben der dreifaltigen Göttin: Weiß, Rot, Schwarz.

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