Entschleunigung

Entschleunigung – Entdeckung der Langsamkeit

Ruhe am Strand geniessen

(djd). Wochenlang hetzt man von einem Termin zum anderen, hangelt sich von Wochenende zu Wochenende. Und dann ist endlich Urlaub!

Aber anstatt einfach zu relaxen, machen wir eigentlich genauso weiter wie bisher.

Schließlich will man keine Sehenswürdigkeit verpassen, muss jedes unbedeutsame Museum mitnehmen und möglichst viele Tavernen ausprobieren. Viel besser wäre es, die Zeit ohne Taktung einfach laufen zu lassen. Denn Körper und Geist brauchen eine Auszeit von Alltagsstress. Wir haben Ihnen Urlaubsziele herausgesucht, an denen Sie Ihre Seele richtig baumeln lassen können. Zu sehen, gibt es trotzdem einiges.

Der Oder-Neiße-Radweg: Von der Quelle zum Meer

Radfahrer in grüner Oase

Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss.“ Der Oder-Neiße-Radweg beginnt an der Quelle der Lausitzer Neiße im tschechischen Nová Ves im Isergebirge. In dem Ort, der auf Deutsch ganz einfach „Neudorf“ heißt, gibt es eine kleine Grünanlage, die der Startpunkt des Radwegs ist. Wer hier ankommt, merkt sofort, dass die Uhren hier einiges langsamer ticken. Selbst wenn man sich aufs Fahrrad schwingt, schaltet man auf dieser schönen Route automatisch einen Gang runter. Denn entlang der Flüsse herrscht eine Ruhe, die selbst die hektischsten Kosmopoliten in ihren Bann zieht.

Von Neudorf aus geht es zur Mündung der Neiße in die Oder. Nach 55 Kilometern ist Deutschland erreicht und die Neiße wird zum Grenzfluss zwischen Deutschland und Polen. Später bildet die Oder die Landesgrenze zwischen den beiden Ländern. Die Radfahrer bleiben auf der westlichen Seite des Flusses und bewegen sich entlang flacher Flusslandschaften bis zum Stettiner Haff und anschließend nach Ahlbeck auf Usedom. Der Oder-Neiße-Radweg bietet auf diesem Weg viele wunderschöne Passagen.

Brandenburgs Barockwunder

282 der insgesamt 630 Kilometer langen Route führen durch das Bundesland Brandenburg, dessen Ostgrenze ebenfalls die Oder und die Neiße bilden. Hier ist Kloster Neuzelle mit seiner Kirche, der Klosterbrauerei und der Brennerei ein reizvolles Etappenziel. Das Kloster wird auch als Barockwunder Brandenburgs bezeichnet. Lustwandeln können die Besucher hier im Garten mit der Orangerie. Ein besonderes Kontrastprogramm erwartet die Radfahrer dann in Eisenhüttenstadt. Die erste sozialistische Planstadt erinnert im „Dokumentationsmuseum Alltagskultur der DDR“ an vergangene Zeiten, lädt aber auch zu unterhaltsamen Kremserfahrten ein. Beschaulicher ist der 1961 eingemeindete heutige Altstadtkern Fürstenberg.

Eine Zeitreise in Ellwangen

Ellwangen ist optimal, um den Alltag hinter sich zu lassen, abzuschalten und innezuhalten. Denn in der Stadt mit ihren lieblichen Gassen und stillen Winkeln scheint wie die Zeit still zu stehen. Die Stadtlandschaft des malerischen Ellwangen ist geprägt von einzigartigen historischen Kunstschätzen: Stolze Bürgerhäuser, malerische Gassen und beeindruckende Kirchen mit geschweiften Giebeln und kunstvoll gestalteten Portalen verweisen noch heute auf die 1250-jährige Stadtgeschichte.

Postkutschenfahrt mit Picknick-Korb

Historische Postkutsche

Wer einmal völlig entspannt in die Landschaft eintauchen möchte, sollte unbedingt an einer Postkutschenfahrt von Ellwangen nach Dinkelsbühl teilnehmen, die drei bis vier Mal im Jahr angeboten werden. Eine echte Entspannungsreise für die Seele. Los geht es an der historischen Poststation in Ellwangen, von wo aus die Ellwanger Postkutsche langsam über Waldwege und kleine Straßen bis nach Dinkelsbühl fährt.

Das Naturerlebnis ist einzigartig: Man hört Vogelgezwitscher, gewinnt ganz neue Eindrücke von einem Wald und kann sich dabei völlig entspannen – Reisen wie zu Goethes Zeiten eben. Und das Schöne daran ist, dass der Kutscher seinen Pferden etwa alle zwei Stunden eine Rast gönnt, was für die Gäste stets eine willkommene Gelegenheit ist, den Picknickkorb auszupacken und sich dabei auch ruhig etwas zu gönnen. Auch die große Mittagspause findet im Wald statt, da keine Einkehr in eine Gaststätte vorgesehen ist. So sind die Mitfahrenden quasi dazu „gezwungen“, sich völlig auf die Natur einzulassen und den Alltagstrubel hinter sich zu lassen.

Auf kaiserlichen Spuren in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff

Die österreichische Kaiserin Sissi liebte die Abgeschiedenheit. Der Trubel Wiens mit all seinen Festen war nicht ihres. Während Staatsoberhäupter heute durch die Welt jetten, widmete sie sich lieber der Kunst und der Natur. In den Wintermonaten 1870/71 und 1898 residierte Kaiserin Sissi mit ihrer Tochter zur Kur auf Schloss Trauttmansdorff.

Durchatmen und loslassen

Schloss Trauttmansdorff bei Meran

Die landschaftliche Lage der Gärten von Schloss Trauttmansdorff bei Meran ist einzigartig: Der botanische Garten erstreckt sich in Form eines natürlichen Amphitheaters über einen Höhenunterschied von mehr als 100 Metern – Natur und Kunst hautnah. Das steile Gelände wurde in mehreren Terrassen aufgeteilt, so dass man die über 80 Gartenlandschaften auch von oben betrachten kann. Zudem eröffnet sich hier ein weiter Blick auf die umlegende Bergwelt und die nahe liegende Kurstadt.

Inmitten der Gärten thront Schloss Trauttmansdorff, das heute das Touriseum, Südtirols Landesmuseum für Tourismus, beherbergt.

Während ihres Aufenthaltes lebte die Kaiserin äußerst zurückgezogen. Durch den steilen Flaumeichenwald östlich des Schlosses ließ sie „anmuthige Pfade, mit feinem Kies bestreut“ anlegen, um hier „ferne und ungestört vom Geräusch der Welt“ zu spazieren. Den alten Pfaden durch die Gärten folgt heute die Sissi-Promenade. Auch der Sissi-Thron und eine Büste der Monarchin halten die Erinnerung an die beliebte Kaiserin wach. Sissis Pfade sind so zauberhaft, dass man unmöglich noch an Aktenberge und Aktienkurse denken kann.

Geheimtipp: Energie Tanken im Naturmoor von Bad Bocklet

Im Bayerischen Staatsbad Bad Bocklet rückt man dem Stress wortwörtlich zu Leibe. Unter dem Motto „Gesundheitsvorsorge à la carte“ gibt es ein ganzheitliches Heil- und Präventionsangeboten nach modernsten Standards. Angefangen von medizinischen Bädern über bewegungstherapeutische Maßnahmen, Programmen zur Stressbekämpfung und Entspannung bis hin zu Inhalation und TCM. Dazu kommen Fitnesskurse, Naturmooranwendungen, Anti-Burn-Out-Pakete, traditionelle sowie fernöstliche Wohlfühlbehandlungen, Kosmetik und natürlich die zahlreichen Möglichkeiten, welche die Anwendungen mit dem Bad Bockleter „Stahlwasser“ bietet.

Neben seinem berühmten Nachbarn Bad Kissingen wirkt das beschauliche Kurstädtchen am Fuß der Bayerischen Rhön zwar fast unscheinbar. Doch gerade für Urlauber, die auf der Suche nach Ruhe, guter Luft und Natur sind, dabei aber modernen Komfort nicht verzichten wollen, ist es ein echter Geheimtipp.

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