Ruhige Orte in Cuxhaven

Schlosspark Ritzebüttel, Sehnsucht nach Amerika, Stille in Lüdingworth und das Café Löwenzahn in Altenbruch – Ruhe in Cuxhaven und umzu

Straßenkunst in Cuxhaven

Der Pianist und Dirigent Justus Frantz nutzte für seine Reise zum Konzert mit der Philharmonie der Nationen in Cuxhaven den Metronom. Mit dem Zug erreicht man Cuxhaven in aller Ruhe und kann die Landschaft auf dem Weg dorthin genießen.

Die Innenstadt in der Nähe des Bahnhofes prä- sentiert sich zunächst quirlig, bietet aber auch kleine Oasen der Ruhe und Beschaulichkeit.

Schloss Ritzebüttel mit Kunst im Park

Skulptur im Schlosspark Ritzebüttel

Jene kleinen Oasen sind mit kurzen Fußwegen von den Geschäftsstraßen aus zu erreichen.

Das Backsteinschloss Ritzebüttel ist von einem kleinen Wasserlauf umgeben und liegt inmitten eines Parks mit altem Bestand verschiedener heimischer und exotischer Bäume. Sehenswert sind neben dem Marstall und dem Schweizerhaus verschiedene Plastiken, die im Park aufgestellt sind. Im Schloss Ritzebüttel und im Künstlerhaus auf dem Schlossvorplatz wird Kunst ausgestellt.

Sehnsucht nach Amerika in den Hapag-Hallen und dem Steubenhöft

Gaffelschoner Hermine Cuxhaven

Beim Weg zurück vom Schloss Ritzebüttel in die Innenstadt kommt man am Ringelnatz-Museum vorbei. Es lohnen sich einige Seitenblicke in die Gassen, in denen sich ruhige Plätzchen vor Cafés und Restaurants finden.

Cuxhaven hat eine große Vergangenheit als Hafenstadt, als Ausgangspunkt für kleine und große Seereisen. Davon zeugen unter anderem die Hapag-Hallen mit dem Steubenhöft im Amerika-Hafen. Dort wird die Sehnsucht nach der Ferne heute noch spürbar.

Hapag-Hallen und Steubenhöft sind auf kurzem Wege vom Bahnhof gut zu erreichen, vorbei am Gaffelschoner „Hermine„, den Docks und Fischhallen, die heute als Restaurants maritim-kulinarische Genüsse bieten.

Hapag-Halle in Cuxhaven

Die Hapag-Hallen und das damit verbundene Kai Steubenhöft dienten Auswanderern nach Amerika und ersten Kreuzfahrern Ende des 19. Jahrhunderts als Weg auf die Schiffe.

Die Sehnsucht nach Ferne, der Sehnsucht nach einer anderen Welt, einem neuen Leben, ist in einer detailreichen Ausstellung im Steubenhöft eindrucksvoll dargestellt. Reiseutensilien, Dokumente und Bilder aus jener Zeit lassen die Sehnsucht und Hoffnung der Menschen von damals sehr gut nachfühlen. Man kann sich als Besucher einer der Führungen anschließen, aber auch sehr gut allein durch die Ausstellung gehen.

Löwenzahntorte in Altenbruch und Bauerndome

Cafe Löwenzahn in Altenbruch

Der Bahnhof Cuxhaven ist wieder Ausgangspunkt, diesmal in die nähere Umgebung – umzu – nach Altenbruch und Lüdingworth. Beide Orte lassen sich sehr gut mit dem Fahrrad oder Bus erreichen.

In Altenbruch gibt es mitten im Ort zwei Plätze für visuellen und kulinarischen Genuss. Das Café Löwenzahn bietet Kunst & Kultur auf einem Tisch mit wechselnden Bilderausstellungen von Kunstschaffenden aus der Region. Ein Stück Löwenzahn-Torte ist pure Gaumenfreude, und beim Draußensitzen lässt es sich angesichts der Beschaulichkeit und Ruhe im Ort doppelt genießen. Neben dem gastfreundlichen Ambiente und einem netten Gespräch mit Inhaberin Frau Brandes kann man Marmeladen, Sirups und Gebäck aus eigener Herstellung kosten und erwerben.

St. Nicolai in Altenbruch – Olenbrook

St. Nicolai Kirche in Altenbruch

Die St. Nicolai-Kirche von Altenbruch mit ihren zwei Türmen ist einer von drei Bauerndomen in der Region. Die ältesten Bauteile stammen aus dem 13. Jahrhundert. Im Innern der Kirche wird der einstige Wohlstand der Region sichtbar.

Reiche Bauern haben sich mit allerlei Schenkungen in Form von Gemälden sowie eigenen Kirchenbänken für ihre Familien sozusagen einen „Platz für die Ewigkeit“ gesichert. Neben heute kurios anmutenden Bräuchen, dass Frauen getrennt von den Männern in der Kirche saßen oder dass in der Kirche eine Gefängniszelle eingerichtet war, sind der Christuskörper (geschaffen 1390) am Kreuz und die Orgel einzigartige Kunstwerke von großer historischer Bedeutung. Die Orgel ist eine der ältesten Orgeln überhaupt, der Baubeginn datiert auf das Jahr 1497 und den Orgelbauer Johannes Coci. Große Namen der Orgelbau-Kunst erweiterten die Orgel, unter anderen Matthias Mahn (Buxtehude) und die Schüler von Arp Schnitger, Matthias Dropa und Johann Hinrich Klapmeyer. Als Klapmeyer-Orgel ist sie unter Freunden der Orgelmusik international ein Begriff.

St. Jacobi in Lüdingworth – De Worth

St Jacobi Kirche in Lüdingworth

In Lüdingworth befindet sich ein weiterer Bauerndom, die Kirche St. Jacobi. Die ältesten Teile der romanischen Feldsteinkirche wurden um 1200 erbaut. Nach Betreten der Kirche lohnt der Blick nach oben auf eine reich bemalte Holzdecke. In der Kirche ist überall die bäuerliche Gebefreudigkeit der Vergangenheit präsent.

Der Hauptaltar datiert auf das Jahr 1665, der Flügelaltar (Lüderskooper Altar) von cirka 1430 ist aus Lindenholz geschnitzt und zeigt Bilder aus dem Leben Marias. Wie die Kirche in Altenbruch ist auch St. Jacobi in Lüdingworth mit einer Orgel von herausragender Bedeutung ausgestattet. Erschaffen von Antonius Wilde (1599), um ein Rückpositiv erweitert von Arp Schnitger (1683) ist sie als Wilde / Schnitger-Orgel weltweit bekannt für Orgelmusik auf höchstem Niveau.

Orgelkonzerte in Altenbruch und Lüdingworth

In diesem Jahr sind St. Jacobi in Lüdingworth und St. Nicolai Altenbruch Veranstaltungsorte für „50 Jahre Konzerte„.

Kirche St. Gertrud und Strandidylle vor dem Deich

Aus dem Binnenland zurück aus Altenbruch und Lüdingworth gibt es in Cuxhaven weitere Plätze der Ruhe zu entdecken, zum Beispiel im Stadtteil Döse. Dort liegt hinter alten Bäumen eine noch ältere Kirche mit einem alten Friedhof versteckt. Die kleine Kirche St. Gertrud wurde im 16. Jahrhundert erbaut und ist insgesamt deutlich schlichter ausgestattet als die Bauerndome in Altenbruch und Lüdingworth. Blickfang ist ein schöner Barock-Altar aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Zwei sehr schöne Holzplastiken vom Bildhauer K. Schubert stammen von 1955 und stehen in Nischen vor dem Altarraum. Mit wenig äußerer Ablenkung ist die Kirche St. Gertrud ein Ort für Besinnung. – Ruhe und Besinnung bietet in Döse auch ein Spaziergang auf dem Deich, von dem aus man die Elbe, die Nordsee mit dem Wattenmeer und einen Blick zur Insel Neuwerk genießen kann.

Cuxhaven - Strandidylle im Vorsommer

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